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Zustand nach Perianalthrombose

Kategorie: Haemorriden.net » Forum Hämorrhoiden

26.08.2005 | 05:14 Uhr

Hallo,

mit großer Begeisterung habe ich in diesem Forum gelesen und bin sehr überrascht, wieviele Menschen unter den gleichen oder ähnlichen Problemen leiden. Für mich war das ganze bis vor drei Wochen überhaupt gar kein Thema, bis sich über Nacht alles änderte. In der Hoffnung, hier Leidensgenossen mit mehr Erfahrung als ich auf diesem Gebiet zu finden, würde ich gerne meinen Verlauf schildern, mit der Bitte um Tipps. Sorry schon jetzt, das der text wohl etwas länger wird :-)

Vor fast drei Wochen wurde bei mir eine mehr als kirschgroße, 3kammerige Perianalthrombose operativ entfernt. Die Wunde wurde offen gelassen und ich mußte am nächsten Tag in einem Sitzbad die Tamponade selbst entfernen. In der darauffolgenden Nacht hatte sich an einer anderen Stelle eine weitere, aber viel kleinere Thrombose gebildet, die ebenfalls chirurgisch entfernt wurde. Dadurch wurde natürlich der gesamte Bereich um den After sehr in Mitleidenschaft gezogen und die Tage nach der Op waren extrem schmerzhaft. Insbesondere die Toilletengänge waren kaum auszuhalten. Da es während meines Urlaubes in Norddeutschland passierte bin ich jeden zweiten Tag - auf Anraten der Chirurgin - zur Nachuntersuchung und wurde dort auch jedesmal mit dem Finger rektal untersucht. Das war extrem schmerzhaft und ich habe die Muskulatur um den After massiv verkrampft. Nun bin ich seit dem WE wieder zu Hause (Nähe Düsseldorf) und warte eigentlich darauf, das es besser wird. Natürlich ist es insgesamt ein bißchen besser geworden, aber die Toiellengänge sind nach wie vor schmerzhaft, es brennt und zieht auch im Analkanal, dabei ist die Wunde doch eigentlich nur außen, oder? Und anschließend habe ich häufig ein stundenlanges unspezifisches Druckgefühl im Gesamten Pobereich. Ich kann gar nicht genau sagen ob es eher vaginal, anal oder vielleicht auch in den Pobacken ist, es fühlt sich einfach nur unangenehm drückend an. Hinzukommt das Gefühl das mein After viel enger ist und die Muskulatur drumherum sehr verspannt.
Seit der Op bin ich nun bis Mitte nächster Woche krankgeschrieben, dann wäre der Eingriff fast 4 Wochen her. Ich mache nach wie vor mehrmals täglich Sitzbäder, föhne anschließend den Po kalt trocken und creme mit factu akut ein. Dazu nehme ich Arnica D12 und Traumeel Tabl.
Bin ich zu ungeduldig? Ist es normal das es nach drei Wochen immer noch schmerzt? Es ist ja nicht so, das es gar nicht besser geworden ist, aber jeder Stuhlgang zieht ein aufwendiges Programm nach sich, wie ausduschen und zur Entspannen der Muskulatur im Po ein Sitzbad mit Kamillin oder Tannosynt. Vielleicht bin ich auch einfach zu wehleidig, aber als Arzttochter (mein Vater ist Orthopäde, aber den möchte ich dazu nicht befragen) denkt man ja immer gleich an das schlimmste! Ich würde mir ungern hier nun auch wieder einen Arzt suchen müssen, zumal es ja eben wirklich gaaaanz langsam besser wird. Aber wichtig wäre mir schon zu wissen, ob die geschilderten Symptome und die Dauer der Schmerzzustände unter den o.g. Umständen normal sind. Dann übe ich mich auch weiterhin in geduld. In Euren Beiträgen habe ich gelesen, das in den meisten Fällen von einer kompletten Ausheilung nach 2 Wochen gesprochen wird und so habe ich ein bißchen Sorgen, ob das bei mir nach 3 Wochen noch normal ist.

Eine letzte Frage habe ich noch: Nach der OP sind so kleine Hautwucherungen geblieben, gehen die von alleine weg? Ich hatte gedacht, das mit der Thrombose auch gleich der gesamte Hautlappen entfernt wird.

Ich danke Euch schon jetzt für Eure Antworten,

Herzliche Grüße
sire

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30.08.2005, 03:05 Uhr
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Hallo Sire,

Ich bin froh in Dir eine Leidensgenossin gefunden zu haben.
Bei mir wurde Anfang Juni eine Häm. OP durchgeführt und die Wunde offengelassen.
Ich wurde am gleichen Tag entlassen, hatte dann solche Schmerzen und nur noch gebrochen, daß ich freiwillig abends wieder in die Klinik bin. Am nächsten Tag bin ich wieder heim, mit viiiiiieeelen Schmerzmittel, die ich 2 Wochen lang ununterbrochen in voller Dosis genommen habe. Ich bin jetzt froh, daß ich schon eine ganze Weile keine Schmerzen mehr habe. Aber meine Wunde ist immer noch zum Teil offen und das nervt mich tierisch. Jetzt sind immerhin fast 3 Monate vergangen und das dumme Ding ist immer noch nicht zu. Und ich stopfe immer noch den Mull an die Wunde in den Po.
Weißt du zufällig, ob man mit der noch immer offenen kleinen Wunde ins Freibad darf?? Oder ob das Chlorwasser schadet?
Möchte nicht mehr zum Arzt, da der auch jedesmal innen untersucht, und das tut sehr weh und reißt jedes Mal wieder ein wenig mehr auf.
Danke, falls Du antwortest.

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02.09.2005, 10:31 Uhr
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Hallo leidensgenossin,

soryy, das ich erst jetzt antworte, hatte den Beitrag von Dir erst eben entdeckt.
Also, ins Freibad solltest Du, solange das ganze offen ist in keinem Fall gehen. Ich weiß das deshalb so genau, weil ich diese Frage bei meiner Ärztin auch gestllt habe, ich darf nicht mal in den eigenen Pool bei uns zu Hause, in dem ja die keimbelastung - dadurch das die Familie diesen nur nutzt nicht annähernd so hoch ist wie in einem öffentlichen Freibad.
Darauf wirst Du also leider verzichten müssen.
Bei mir wird es jetzt langsam etwas besser, allerdings ist es auf den tag heute auch 4 Woche her, das ich operiert wurde. Ich hatte noch nie so grauenvolle schmerzen, habe echt gelitten ;-)
Was mir unglaublich geholfen hat ist eine total konsequente Behandlung zur Unterstützung des Heilungsverlaufes. ich mache nach wie vor 2-3x Sitzbäder am tag, creme mit Faktu aktu (dünn!) und nehme Arnica D12 und Traumell. Aber das das ganze so lange dauert hätte ich niemals gedacht und das hat mir auch keiner gesagt. es war immer nur die Rede von ein paar tagen - das es bis zu Monaten dauern kann habe ich erst von meinem hausarzt erfahren, den ich in meiner verzweiflung angerufen habe.
Und selbst heute sind die Toilettengänge ein echter Angang.

Ich befürchte, uns hilft nur konsequente Selbstbehandlung, ein bißchen Entspannung, wenig Streß und warten, das es besser wird.

Viele Grüße
sire

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02.09.2005, 18:46 Uhr
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Hallo Sire,

ich habe Dir oben auf Deinen neuen Beitrag nochmal geschrieben.

Was ist Arnica D12 und Traumell?
Sind das Schmerzmittel oder Salben?

Ja, ich hatte auch Schmerzen wie noch nie im Leben...habe sogar gebrochen vor Schmerzen am Abend nach der OP. Und so haben die mich heimgeschickt.
Bin dann in der Nacht wieder ins Krankenhaus für Infusionen, weil das Brechen nicht aufgehört hat und somit auch keine Schmerzmittel dringeblieben sind.

Habe fast durchgedreht vor Schmerzen.
Ab da habe ich mich vollgepumpt mit volle Dosis Novalgin und Paracetamol und Tramal.
Dann hab ich aber trotzdem noch ziemliche Schmerzen gehabt, die aber einigermaßen zum Aushalten waren. Aber...ja nicht bewegen, war die Devise, sonst schmerzt es noch mehr.

Viele Grüßle, Deine Leidensgenossin, die Andrea heißt

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04.09.2005, 03:13 Uhr
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Hallo Andrea,

es ist wirklich ein Leid mit dieser Geschichte - ich hoffe auch jeden tag, das es endlich besser wird und so ist wie früher!! Hast Du denn noch Beschwerden? Bei mir ist die OP nun 4 Wochen her und ich bin immer noch nicht ganz beschwerdefrei, auch wenn es schon besser geworden ist. Ich mache nach wie vor meine Sitzbäder bis zu 3x am Tag und creme mit faktu (was man ja eigentlich nicht soll) und nehme Arnice und Traumeel. Nun zu Deiner Frage:
Arnica D12 sind Homöopathische Kügelchen (D12 ist die Angabe für die Potenz=Stärke) die vor und nach OP´s genommen werden und wirklich sehr sehr hilfreich sind. seit ich die nehme (es war ein Tipp meiner hebamme) ist es viel besser geworden. Traumeel ist ein ebenfalls homöopathisches Schmerzmittel, das sehr gut verträglich ist. Traumeel gibt es als Tabl. und als Salbe - ich habe die Tabl. genommen. Ich kann Dir beides sehr empfehlen!!

Laß wieder von Dir hören, viele Grüße
Sire